Ein freier Tag, der müder macht als Arbeit. Pausen, aus denen man kaum mehr herauskommt. Entspannung, die sich falsch anfühlt. In diesem Artikel erfährst du, warum das nicht an dir liegt, was dabei in deinem Körper wirklich passiert – und was das mit deinem Business zu tun hat.
Dein Körper lügt dich nicht an. Du hörst ihm nur nicht zu.
Du gönnst dir einen freien Tag, um endlich mal auszuspannen.
Doch was passiert?
Statt erholt zu sein, bist du danach noch müder als vorher!
Oft höre ich auch den Satz: “Ich mache lieber gar keine Pause, weil ich Angst habe, dass ich danach nicht mehr in Gang komme!” oder “In den Ferien brauche ich eine ganze Woche, bis ich das Gefühl habe, sie geniessen zu können. Und dann sind sie meist schon fast vorbei!”.
Das klingt nach schlechtem Zeitmanagement, mangelnder Disziplin oder einer falschen Einstellung, oder?
Es ist keines davon. Es ist Biologie.
Was in deinem Körper wirklich passiert
Dein Körper ist kein Computerprogramm, das du beliebig neu starten kannst, wenn es mal hängt.
Er ist ein hochkomplexes System, das ständig lernt, sich anpasst und reagiert. Und er ist ein treuer Diener, der stets dein Überleben (wir nennen es auch gern «funktionieren»…) im Blick behält.
Wenn du über Monate und Jahre unter Druck und gegen deinen eigenen Rhythmus arbeitest, permanent für andere verfügbar bist und Pausen und eigene Wünsche immer wieder verschiebst, schüttet dein Körper zuverlässig Stresshormone aus: Allen voran Cortisol und Adrenalin und Noradrenalin.
Es sind dieselben Botenstoffe, die unsere Vorfahren brauchten, um in der Gefahr schnell zu reagieren: Das Mammut zu erlegen oder selbst nicht zum Frühstück zu werden.
Sie sorgen dafür, dass der Herzschlag sich beschleunigt, die Bronchien sich weiten, Blut schneller in die Muskeln fliesst (dafür weniger ins Hirn) und die Leber Zucker (Energie) freisetzt: Alles, was der Körper braucht für Flucht oder Kampf.
Das System funktioniert. Es wurde für genau diesen Zweck gebaut.
Das Problem: Dein Körper unterscheidet nicht zwischen Säbelzahntiger, Quartalsbericht oder Elternabend!
Termine, Konflikte, Entscheidungen, die Erwartungen, die du an dich selbst stellst – für ihn ist das alles dringlich. Deshalb gibt er Gas.
Solange ein Stressreiz vorhanden ist, bleibt der Körper in diesem Modus. Erst wenn echte Ruhe eintritt, hört die Produktion von Adrenalin und Cortisol auf.
Das heisst für dich: Der Leistungsmodus mitsamt der dazugehörigen Biochemie wird zum Normalzustand. Und Normalzustand bedeutet eben auch: Es fühlt sich normal an.
Mit anderen Worten: Du merkst gar nicht mehr, dass du eigentlich dauergestresst bist!
Erstens fühlt es sich «normal» an und zweitens machen die anderen ja das gleiche!
Und da wir uns so ja gerne mit anderen vergleichen…
Entspannung fühlt sich falsch an? Dafür gibt es einen Grund.
Hier wird es besonders interessant – und für viele, die ich begleite, ist das der eigentliche Aha-Moment:
Wer lange im Hochleistungsmodus unterwegs war, empfindet Ruhe oft als unangenehm.
Einfach deshalb, weil sie sich ungewohnt anfühlt.
Und „ungewohnt“ interpretiert unser Gehirn schnell als „falsch“ oder sogar als „bedrohlich“.
Also vermeidest du genau das, was dir helfen würde!
Der renommierte Hirnforscher Prof. Dr. Gerald Hüther beschreibt in seiner Arbeit, wie früh sich solche Muster einschreiben, wie Gehirn und Körper sich in der Entwicklung schon in der Schwangerschaft gemeinsam und aufeinander abgestimmt formen und wie tiefgreifend das unser späteres Erleben prägt.
Die Muster, die wir früh gelernt haben, fühlen sich richtig an. Auch wenn sie uns langfristig schaden.
Und dann sind da noch die anderen
Wir sehen, was andere alles schaffen. Ohne es zu merken, nehmen wir sie oft gar nicht als einzelne Menschen mit ihren eigenen Grenzen, Ressourcen und schlaflosen Nächten wahr, sondern aufsummiert: Die Kollegin, die drei Projekte gleichzeitig führt, der Unternehmer, der gerade expandiert, die alleinerziehende Mutter und Selbstständige, die auch noch ehrenamtlich tätig ist.
Oft addieren wir die Leistungen aller anderen und messen uns dann an dieser Summe. Unbewusst natürlich.
Und dann wundern wir uns, warum ausgerechnet wir zu langsam, zu dumm oder zu faul sind, um mithalten zu können.
Also packen wir noch mehr in unseren Tag, setzen uns noch höhere Ziele und lernen immer neue Strategien, um sie endlich zu erreichen.
(Wie das ausgeht, ist klar, oder?)
Unser Körper geht mit. Irgendwie – denn es ist ja sein Job, dafür zu sorgen, dass wir funktionieren.
Bis er es nicht mehr kann.
Bis er krank wird. Oder wir uns wundern, warum wir immer so müde und lustlos sind (und dann beginnen wir, Kaffee, Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel einzuwerfen oder uns durchzupeitschen…)
Erschöpft sein ist ein Signal – kein Versagen.
Erschöpfung, Gereiztheit, das Gefühl, nie wirklich zur Ruhe zu kommen, Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen, Konzentrationsprobleme oder «Aufschieberitis»:
Sie sind keine Zeichen dafür, dass du zu schwach bist.
Sie sind Signale. Wegweiser, denn dein Körper spricht mit dir.
Lange spricht er leise, hofft, dass du ihn beachtest. Doch manchmal wird er lauter. Und wenn du zu lange nicht hingehört hast, zieht er die Notbremse.
Der erste Schritt raus ist nicht ein weiterer Kurs, nicht eine neue Strategie, nicht mehr Kaffee oder sonst ein «Wundermittel».
Der erste Schritt ist ganz einfach: Stille.
Und die Bereitschaft, sie auszuhalten, auch wenn sie sich ungewohnt oder unangenehm anfühlt. Auch wenn die Gedanken im Kopf Zetermordio schreien und dir hunderttausend Dinge servieren, die du ganz dringend erledigen solltest.
Denn dort, in dieser ungewohnten Ruhe, findest du wieder, was dir wirklich passt, was dich trägt und was deine Energie nährt, statt sie aufzuzehren.
Das ist die Basis für alles, was danach kommt: Für dein Business und für das Leben, das du wirklich führen willst.
Was das mit deinem Business zu tun hat.
Ein Business, das stabil funktionieren soll, braucht eine Unternehmerin oder einen Unternehmer, der sich selbst gut kennt und versteht, wie die eigene Energie aufgebaut ist, was sie nährt und was sie aufzehrt.
Es geht dabei nicht darum, sich weiter selbst zu optimieren, sondern darum, sich selbst besser zu kennen. Denn wer sich selbst kennt und versteht, hat eine starke Grundlage, um klarer zu entscheiden, zu führen ohne inneren Widerstand und um Schritt für Schritt ein Business aufzubauen, das wirklich zur eigenen Persönlichkeit, Energie und Lebenssituation passt. Nicht zu einem Bild davon, das irgendwann mal jemand anderes entworfen hat!
Konflikte, die sich still und leise immer weiter aufbauen, Entscheidungen, die sich anfühlen wie Treibsand, oder das Gefühl, ständig zu ackern und trotzdem nicht so richtig voranzukommen: Das sind meistens keine strategischen Probleme.
Und auch nicht persönliche Unzulänglichkeit.
Es sind Signale, dass Körper, Kopf und Business gerade nicht in dieselbe Richtung zeigen.
Wo das bei dir gerade steht, zeigt dir das kostenlose BusinessRad auf einen Blick.
Das sind die Themen, die ich mit meinen UnternehmerInnen bearbeite.
Damit sie in ihrem Business und Leben wieder genau wissen, was SIE wirklich wollen und die Energie haben, es auch umzusetzen – bevor der Körper das Stopp-Signal gibt.
Wenn du bereit bist, ehrlich hinzuschauen, was wirklich los ist und wie es leichter gehen kann, dann buche dir hier ein kostenloses Strategiegespräch.
Quellen und Lesetipps: Robert Sapolsky, Why Zebras Don’t Get Ulcers (2004) | Gerald Hüther & Inge Krens, Das Geheimnis der ersten neun Monate (2005) | Gerald Hüther, Biologie der Angst (1997)
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